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Die fünf besten Health-Apps

Sie erfassen unsere Daten, bereiten sie auf, geben uns Tipps und klären uns auf: Gesundheits-Apps werden immer beliebter. Kombiniert mit verschiedenen Devices geben sie uns die Möglichkeit, uns aktiv mit unserer Gesundheit auseinanderzusetzen. Aber welche von den über 300.000 Health-Apps sind überhaupt sinnvoll?

Wir können unsere Kalorien zählen, unsere Fitness tracken oder uns das Fitnessprogramm direkt nach Hause holen: Im App-Report 2015 des Universitätsklinikums Freiburg und der HealthOn Initiative ist von von 379.000 Apps in gesundheitsbezogenen Bereichen die Rede. Davon befassen sich knapp 66.000 mit Gesundheit und Fitness: Sie sprechen eine gesunde Zielgruppe an, die sich aktiv mit ihrem Lebensstil auseinandersetzt. Die Tendenz ist steigend. Eine andere Studie aus dem Jahr 2014 zeigt, dass sich mit Abstand die meisten Gesundheits-Apps mit Ernährung (37 Prozent) und Training (34 Prozent) beschäftigen.

„Gesundheit ist ein Zustand kompletten physischen, mentalen und sozialen Wohlbefindens, nicht nur die Abwesenheit von Krankheit oder Gebrechlichkeit“, definierte die WHO im Jahre 1948 [frei übersetzt].

Durch die steigende Anzahl an Gesundheits-Apps wird eines deutlich: Das Gesundheitsbewusstsein der Menschen steigt. Viele beschäftigen sich bereits präventiv mit ihrem körperlichen und geistigen Zustand – es muss nicht erst zur Krankheit kommen.

Doch welche von den über 300.000 Health-Apps sind empfehlenswert? Ich habe für mich meine Favoriten gefunden. Sie helfen mir, Ernährung und Fitness im Auge zu behalten, und bestechen gleichzeitig mit Nutzerfreundlichkeit. Es lohnt sich, diese fünf kostenlosen Apps auszuprobieren.

1. Get Rich Or Die Smoking

Was? Eine Anti-Raucher-App zu Beginn? Klar! Denn Get Rich Or Die Smoking ist anders als alle anderen. Sie zählt nicht nur die Stunden seit der letzten Zigarette, sondern rechnet dir sogar vor, wieviel Geld und Zeit du seither gespart hast. Vor allem die gesparte Zeit hat mich anfangs sehr beeindruckt!

Du kannst Belohnungen anlegen (zum Beispiel eine Kamera), die du dir vom gesparten Geld gönnen willst – und dein neuer Rauchstopp-Helfer errechnet dir, wie lange du hierfür rauchfrei bleiben musst.

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Screenshot: Get Rich Or Die Smoking
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Screenshot: Get Rich Or Die Smoking

 

Das Wichtigste zum Schluss: Mit der App kannst du in Echtzeit Statistiken darüber einsehen, was sich seit dem Rauchstopp in deinem Körper verändert hat. So kannst du direkt mitverfolgen, welche Schadstoffe sich noch wie lange in deinem Blut befinden, wie es um dein Geschmacksempfinden steht und ab wann dein Herzinfarktrisiko sinkt.

Einziger Nachteil: Manchmal stürzt die App bei mir ab, wenn ich für eine neue Belohnung ein Bild einstellen will.

Keyfacts

  • Helfer für den Rauchstopp
  • Statistiken zu nicht gerauchten Zigaretten, nicht inhalierten Schadstoffen, gespartem Geld, gesparter Zeit
  • Belohnungen, die man vom gesparten Geld kaufen kann
    Statistiken, was sich seit dem Rauchstopp im Körper verändert hat
  • Keine Registrierung erforderlich
  • Stürzt manchmal bei der Bildauswahl von Belohnungen ab

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2. Codecheck

Ein guter Begleiter für den Wocheneinkauf: Codecheck liefert dir ausführliche Produktinformationen zu Lebensmitteln, Kosmetika und vielen anderen Produkten. Wolltest du schon immer mal wissen, was in Nutella drin ist? Oder warum du von einer Creme unter Umständen Hautirritationen bekommst? Mit Codecheck kannst du einfach den Barcode scannen oder das Produkt über die Suchfunktion checken.

Die jeweilige Produktseite liefert dir Informationen zu Nährwerten, Inhaltsstoffen, Labels und Gütesiegel, Allergikerhinweisen sowie mögliches Gefahrenpotenzial. Außerdem können (angemeldete) User Feedback zu Vor- und Nachteilen des Produktes hinterlassen.

Zu den verschiedenen Inhaltsstoffen liefert Codecheck darüber hinaus wissenswerte Artikel – oder schlägt dir direkt alternative Produkte mit besseren Inhaltsstoffen vor.

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Screenshot: Codecheck
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Screenshot: Codecheck

 

Einziger Kritikpunkt: Es kostet recht viel Zeit, neue Produkte selbst einzustellen. Codecheck erwartet hierfür eine vollständige Liste aller Inhaltsstoffe…das kann schon Mal etwas Zeit in Anspruch nehmen.

Es lohnt sich zumindest, mit Codecheck die eigenen Einkäufe beziehungsweise Konsumgewohnheiten einmal kritisch unter die Lupe zu nehmen – zumal es so einfach, kostenlos und ohne Anmeldung möglich ist.

Keyfacts

  • Ausführliche Produktinformationen
  • Suche oder Barcode-Scan
  • Nährstoffe, Inhaltsstoffe, Gefahrenpotenzial, Allergikerhinweise, Labels und Gütesiegel, Vor- und Nachteile aus Community
  • Alternativen zu Produkt (bessere Inhaltsstoffe)
  • Wissenswerte Artikel zu Inhaltsstoffen
  • Keine Anmeldung erforderlich
  • Produkte einstellen kostet viel Zeit – alle Punkte müssen ausgefüllt sein

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3. Seven

Wieder mal ein langer Bürotag und keine Zeit für Sport? Oder keine Lust? Dann ist Seven genau die richtige App für dich – denn mit nur sieben Minuten Workout holst du das Fitnessstudio direkt zu dir nach Hause. Und wenn du dann doch in Fahrt gerätst, kannst du ganz einfach mehrere Durchgänge („Zirkel“) absolvieren.

Vor dem Workout kannst du einen Körperbereich auswählen, den du trainieren möchtest: Ganzkörper, Oberkörper, Körpermitte, Unterkörper oder ein Zufallstraining. Verschiedene Kommentatoren sagen dir die Übungen an und feuern dich an – darunter auch ein Drill Sergeant und eine Cheerleaderin.

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Screenshot: Seven
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Screenshot: Seven

 

Deine Erfolge kannst du mit verschiedenen Challenges messen – und wenn du fleißig bist, bekommst du Herzen. Diese verlierst du jedoch, wenn du inaktiv bist. Das Training ist dadurch sehr ambitioniert und die Standardeinstellungen können nervig sein, denn: Wenn du einen Tag nicht aktiv bist, erinnert dich eine Push-Benachrichtung an das Training. Diese Erinnerungen lassen sich jedoch einfach verwalten.

Auf Wunsch können die Daten mit Google synchronisiert werden. Für Faule und Workaholics daher eine gute Alternative für zu Hause – ebenfalls kostenlos und ganz ohne Registrierung.

Keyfacts

  • Training für Leute ohne Zeit – 7 Minuten reichen
  • Verschiedene Körperbereiche: Ganzkörper, Oberkörper, Körpermitte, Unterkörper, Zufall…
  • Verschiedene Begleitkommentare
  • Verschiedene Challenges (“Erfolge”)
  • Synchronisation mit mit Google möglich

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4. MyFitnessPal

Das derzeit beste Ernährungstagebuch: Mit MyFitnessPal kannst du dein Gewicht und deine Mahlzeiten dokumentieren – und dadurch deinen Fortschritt visualisieren. Der Vorteil liegt in der sehr großen Lebensmitteldatenbank: Die Vielzahl an Produkten und Marken erleichtert dir das sehr genaue und unkomplizierte Tracken deiner Mahlzeiten.

Auch die Möglichkeit, Rezepte anzulegen vereinfacht die Handhabung dieser App: So kannst du häufig gekochte Gerichte einmal dokumentieren, speichern und später portionsweise zu deinem Tagebuch hinzufügen.

Zu den einzelnen Lebensmitteln und Mahlzeiten bietet MyFitnessPal dir detaillierte Nährwertinformationen – von Kalorien bis hin zu Mikro- und Makronährstoffen. Dadurch behältst du neben Kalorien zum Beispiel auch im Blick, wieviel Fett oder Kohlenhydrate du zu dir nimmst. All diese Daten bereitet die App sehr anschaulich auf.

Ein weiterer Vorteil: Du kannst MyFitnessPal mit anderen Gesundheits- und Fitness-Apps, zum Beispiel Endomondo, verknüpfen. So wird dein Training automatisch in deine Kalorienbilanz eingerechnet. Die transparenten Privatsphäre-Einstellungen stellen jedoch sicher, dass deine Daten nicht aus Versehen irgendwo landen, wo du sie eigentlich nicht sehen möchtest. Außerdem kannst du einen persönlichen Sicherheitscode eingeben, ohne den niemand unbefugt die App öffnen kann. Ein Hoch auf den Datenschutz – auch wenn mal jemand anderes dein Handy in der Hand hat!

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Screenshot: MyFitnessPal
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Screenshot: MyFitnessPal

 

Nervig ist bei MyFitnessPal nur die Pop-up-Werbung: Klickt man diese Weg, wird der Sicherheitscode noch einmal abgefragt – und dadurch gehen manchmal Suchergebnisse oder Einstellungen kurzfristig verloren. Also wieder von vorne anfangen. Oder du loggst dich, wenn du zu Hause bist, direkt über die Webanwendung ein und sparst dir die Werbung. Aber für unterwegs ist die App eine Empfehlung wert!

Die Premium-Version von MyFitnessPal kostet satte 9,99 Euro im Monat – aber mit der kostenlosen Version lässt sich auch ganz gut arbeiten.

Keyfacts

  • Ernährungstagebuch
  • Gewicht und Fortschritt dokumentieren
  • Verknüpfung mit Endomondo
  • Viele bekannte Produkte und Marken
  • Infos zu Mikro- und Makronährstoffen
  • Rezepte speichern
  • Einfache Handhabung, Portionierung + Erinnerungsfunktion
  • Anschauliche Grafiken
  • Gute Privatsphäre, Sicherheitscode
  • Nervige Pop-up-Werbung
  • Premium monatlich 9,99€

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5. Endomondo

Mein absoluter Favorite: Der Fitnesstracker Endomondo ist nicht nur nutzerfreundlich, sondern macht auch echt Spaß. Die vielen wählbaren Sportarten helfen, den Kalorienverbrauch realistisch zu dokumentieren. Du hast die Möglichkeit, dein Training über GPS zu tracken oder – wie zum Beispiel das Krafttraining – manuell einzugeben. Hast du eine Lieblings-Fahrradroute? Dann speichere sie einfach bei Endomondo.

Auf Wunsch kannst du deine Trainings anschließend auf Facebook und Co. teilen. Außerdem enthält Endomondo einige Features, die das Tracking noch komfortabler machen. So lässt sich die App, wie bereits erwähnt, mit MyFitnessPal verknüpfen. Auch verschiedene Devices, wie etwa ein Pulsgurt oder ein Geschwindigkeits-Sensor fürs Fahrrad, sind mit Endomondo kompatibel.

Aber warum genau macht Endomondo Spaß? Stell dir vor, du fährst mit dem Rad anderthalb Stunden von der Arbeit nach Hause, bist mitten auf dem Feld, hast Musik auf den Ohren, weit und breit kein Mensch. Und plötzlich sagt deine Endomondo-Stimme: „Meesage from Bastian: Halfway done! Go for it!“ Deine Freunde auf Endomondo können dein Workout live verfolgen und dir Nachrichten zur Motivation schicken, welche Endomondo freundlicherweise vorliest. Genial!

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Screenshot: Endomondo
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Screenshot: Endomondo

 

Ein weiterer Motivationsschub sind die Commitments: Hier kannst du dir wöchentliche Ziele festlegen – zum Beispiel drei Trainingseinheiten pro Woche, zwei Stunden Radfahren, viermal Yoga machen oder ähnliches. Jedes getrackte Training zahlt auf diese Commitments ein. Wenn du an einem Samstagmittag feststellst, dass du nur bei 60 Prozent liegst, ist das ein gutes Argument, vielleicht doch nicht auf dem Sofa zu versacken.

Auch bei Endomondo sind die Privatsphäre-Einstellungen sehr transparent, die gesamte App sehr einfach zu bedienen. Zusätzlich gibt es auch hier eine Weboberfläche, auf der du deine Statistiken noch tiefer einsehen kannst. Wenige Features, wie beispielsweise Trainingspläne, stehen jedoch nur Premium-Nutzern (5,99 Euro im Monat) zur Verfügung.

Keyfacts

  • Fitnesstracker
  • Viele Sportarten wählbar
  • GPS-fähig
  • Routen speichern und Verlauf ansehen
  • Commitments eingehen und Herausforderungen annehmen
  • Social Sharing auf Wunsch – gute Privatsphäre
  • Nachrichten von Freunden live anhören
  • Ernährung: Verknüpfung mit MyFitnessPal
  • Kompatibel mit Devices, wie Pulsgurt
  • Trainingspläne nur für Premium
  • Premium monatlich 5,99€

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Ohne Endomondo gehe ich nicht mehr zum Sport. Und gerade in Kombination mit MyFitnessPal ist diese App super, die eigene Fitness beziehungsweise das eigene gesundheitsrelevante Verhalten im Blick zu behalten.

Welche Apps nutzt ihr regelmäßig? Welche könnt ihr empfehlen? Ich freue mich über weitere Tipps!

 

Beitragsbild: GotCredit (CC BY 2.0)

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